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08.12.11 Bio und regional: Gemeinsame Vermarktungspotenziale gesucht
Der Lebensmitteleinzelhandel engagiert sich zunehmend
in Sachen Regionalität. Davon zeugen etliche regionale Handelsmarken. Im
Naturkostfachhandel hingegen führen Bioprodukte mit einem Regionallabel noch
ein Nischendasein. Bisher kooperieren nur ganz wenige Naturkostgroßhändler mit
regionalen Vermarktungsinitiativen. Das ergab eine aktuelle Studie des
Instituts für Ländliche Strukturforschung (ifls).
„Es besteht bislang kaum eine Schnittstelle der
Regionalinitiativen zur Biobranche“, erläutert Armin Kullmann vom ifls. „Von
ihrem Selbstverständnis her ticken Regionalbewegung und Biobranche nämlich ganz
anders.“ Entsprechend unterschiedlich würden beide Welten ihre
Vermarktungsstrategien gestalten.
Der Studie zufolge gibt es in Deutschland 149
Initiativen mit Bio-Produkten, darunter 46 rein ökologische sowie 103
Initiativen mit hybrider Vermarktung. Letztere vermarkten ihr gemischtes -
sprich konventionelles und biologisches - Sortiment weitgehend über den
konventionellen Lebensmitteleinzelhandel, erfreulicherweise weitgehend in der
Region, aus der die Produkte stammen. Lediglich ein Drittel der hybriden
Vermarktungsorganisationen vertreibt im Naturkostfachhandel. Naturgemäß haben
die reinen Bio-Initiativen einen besseren Draht zu den klassischen Akteuren der
Biobranche. Ihrer Einschätzung nach passen ihre Produkte auch besser in das
Sortiment von Naturkostläden. „Doch allzu oft hapert es am gegenseitigen
Verständnis für die Bedürfnisse und Erfolgsfaktoren der jeweils anderen Seite“,
betont Kullmann.
Umso wichtiger ist es daher, dass sich der
Naturkosthandel verstärkt in der Regionalvermarktung engagiert und die
Möglichkeit ergreift, selbst regionale Vermarktungsinitiativen anzuschieben.
Lesestoff:
„Synergie oder Profilverlust? Potentiale und Probleme
einer gemeinsamen Regionalvermarktung ökologischer und konventioneller Produkte“
lautet die offizielle Bezeichnung dieses Forschungsvorhabens, das im Rahmen des
Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger
Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde. Schlussbericht im Online-Archiv Organic
Eprints unter: http://orgprints.org/19286/
Nina Weiler, www.aid.de
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