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25.01.12 Die
Kartoffel ist zurück auf dem Öko-Teller
Die
Kartoffel gilt als das deutscheste Gemüse, hat aber ihre Wertschöpfung in der
Bevölkerung verloren. Der Kartoffelanbau geht zurück, auf dem Teller ersetzen
Pasta und Reis die erdgebundene Knolle und Konsumenten ziehen das veredelte
Produkt als Pommes und Chips im Genuss vor.
Renaissance
im Biomarkt
Ganz
anders sieht es auf dem Ökomarkt aus. Das liegt, so Monika Tietke,
Geschäftsführerin von „Bio Kartoffel Erzeuger e.V.“ an den Konsumenten. Die
Bioküche zeichnet sich durch regionale und traditionelle Lebensmittel aus und
die Knolle wandert landet immer öfter auf dem Öko-Teller. Das
erreicht auch die Landwirte, denn Deutschland baut in der EU die meisten
Bio-Kartoffeln an. Auf 8.250 Hektar werden überwiegend Speisekartoffeln
angebaut. Der Handel spielt hier seine große Rolle als Bindeglied zwischen
Bauern und Erzeuger, denn Bio-Kartoffeln gibt es in vielen Discountern und
Supermärkten. Acht Prozent der Kartoffeln werden von den Konsumenten direkt ab
Hof bezogen. Diesen
Trend noch weiter zu bestärken haben sich die „Bio Kartoffel Erzeuger“ zur
Zielsetzung gemacht. In ganz deutschland, meist in Niedersachsen und Bayern
gibt es mittlerweile 75 Erzeuger, die in der Interessengemeinschaft den Anbau
der Kartoffel forcieren wollen, erläutert Christoph Schäfer,
Bio-Kartoffel-Landwirt aus Niedersachsen und Vorsitzender des Vereins. Der
Verein will mit Information und Beratung die Bauern überzeugen, mehr Kartoffeln
anzubauen. Denn ohne Vermarktung ist der Anbau riskant. Durch
eine Vielzahl an verschiedenen frühen und späten Sorten gibt es die Kartoffel
regional und frisch an 300 Tagen im Jahr. Verbraucher können mit der heimischen
Knolle viel für die Umwelt tun. Nach Monika Tietke verbraucht die Erzeugung
eines Kilogramm Kartoffel in Deutschland nur zehn Liter Wasser. Die gleiche
Menge Kartoffel aus Israel verbraucht 250 Liter und aus Ägypten sogar 500 Liter
Wasser.
Linda
und Phytophtora
Linda
ist für deutsche Verbraucher zu einem Synonym für Kartoffel geworden. Nach dem
Auslaufen der Sortenzulassung hat ein niedersächsischer Bauer die Linda in
Schottland wieder vermehrt und importiert die Kartoffel wieder nach
Deutschland. Mit Erfolg, denn Edeka in Bayern ist mit der Öko-Linda sehr
erfolgreich, erläutert Max Kainz aus dem Verein. Ein
Problem für alle Kartoffelbauern ist die Kraut- und Knollenfäule, die weltweit
sehr hohe Schäden anrichtet. Die einen suchen Kartoffeln auf gentechnischem Weg
tolerant gegen die Krankheit zu machen, die anderen suchen durch konventionelle
Züchtung zum Erfolg zu kommen. Im
Öko-Landbau steht die Sortenwahl im Vordergrund. Vorkeimen ist das Mittel der
Wahl, erläuterte Christoph Schäfer. Das gibt der Pflanze 14 Tage Vorsprung in
der Vegetation gegenüber dem Pilz. Auch die richtige Sortenwahl gibt dem Bauern
Vorteile. Sorten mit weniger, aber größeren Knollen sollen hier im Vorteil sein
und bringen den gleichen Ertrag. Ein
großes Thema im ökologischen Kartoffelanbau ist die Keimhemmung bei
Lagerkartoffeln. Die ist im Ökolandbau verboten. Solange aber ökologische und
konventionelle Kartoffeln über die gleichen Wege vermarktet werden, überträgt
sich das Keimhemmungsmittel auch immer wieder auf die Öko-Knolle. Dazu reicht
Anhänger aus, der vorher konventionelle Lagerkartoffeln transportiert hat.
Lösung ist der Aufbau getrennter Vermarktungswege, was aber nach Monika Tietke
einen großen logistischen Aufwand bedeutet.
Lesestoff:
Mehr
Informationen über den Verein finden Sie auf www.bke-verein.de
Der
berühmte Kartoffelbefehl
Die
Eroberung Europas durch die amerikanische Knolle
Kartoffeln
bringen Wohlstand
Reduzierung
des Kupfereinsatzes im Öko-Landbau
Phytophtora-Resistenz
auf züchterischem Weg
Keimhemmung
Roland
Krieg
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